TYPO3 Barrierearme Webseiten - Hinweise für Redakteur*innen

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Was sind barrierearme Webseiten?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barrierearme Webseiten sind Internetseiten, die so gestaltet sind, dass alle Menschen – unabhängig von körperlichen oder technischen Einschränkungen – sie nutzen können. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen, motorischen Einschränkungen, kognitiven Besonderheiten oder auch Nutzer*innen mit langsamen Internetverbindungen oder älteren Geräten.

Hochschulen und damit auch die Universität Paderborn sind zum einen gesetzlich verpflichtet, ihre Webseiten barrierearm zu gestalten (vgl. BITV 2.0 https://www.gesetze-im-internet.de/bitv_2_0/BJNR184300011.html, WCAG 2.1 https://www.barrierefreiheit-dienstekonsolidierung.bund.de/Webs/PB/DE/gesetze-und-richtlinien/wcag/wcag-artikel.html). Zum anderen verbessern barrierearme Webseiten die Benutzerfreundlichkeit für alle.

Warum sind barrierearme Webseiten wichtig?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Chancengleichheit und Nutzerfreundlichkeit sind barrierearm angelegte Webseiten von Suchmaschinen besser auffindbar und können von Screenreadern leichter kategorisiert werden. Indem auf eine klare Struktur, eine einfache Sprache und eine technische Einheitlichkeit bei der Anlegung der Webseite geachtet wird, erhalten alle Nutzer*innen Zugang zu denselben Informationen und Angeboten.

Um eine Webseite barrierearm zu gestalten, ist ein Zusammenspiel von technischen und redaktionellen Maßnahmen notwendig. Einige technische Maßnahmen werden vom ZIM vorgegeben und können von Redakteur*innen nicht beeinflusst werden (z. B. Layout der Seite oder das unispezifische Corporate Design). Redaktionelle Maßnahmen zur barrierearmen Gestaltung können hingegen im TYPO3-Backend festgelegt werden. Hierzu gehören beispielsweise ein klar strukturierter Aufbau der Webseite sowie eindeutige Beschreibungen von Bildern, Verlinkungen und Videos in den Metadaten.

Was kann ich als TYPO3-Redakteur*in konkret tun, um eine Webseite barrierearm zu gestalten?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als TYPO3-Redakteur*innen können Sie mit einigen redaktionellen Maßnahmen dazu beitragen eine Webseite barrierearm zu gestalten. Diese lassen sich im Wesentlichen auf die Bereiche Seitenaufbau und Sprache, Alternativtexte sowie Metadaten zusammenfassen.

1) Seitenaufbau und Sprache: Damit Screenreader die Webseite korrekt erfassen können, sollten die Überschriften (H1 bis H3) hierarchisch korrekt verwendet werden. Jede Webseite sollte eine H1 haben, die nur einmal genutzt wird. Die übrigen Überschriften H2 und H3 gliedern das Thema der Webseite, sie sollten demnach einem logischen Aufbau folgen und es sollten möglichst keine Sprünge beispielsweise von H1 zu H3 stattfindet. Informationen auf der Webseite sollten so formuliert werden, dass sie für alle Menschen nachvollziehbar sind. Dazu sollte eine möglichst einfache und klare Sprache verwendet werden. Zusätzlich sollte in kurzen Sätzen geschrieben werden, Schachtelsätze sollten vermieden werden. Fachbegriffe oder komplexe Begriffe sollten ebenfalls gemieden oder erklärt werden und Abkürzungen ausgeschrieben werden. Bei der Nutzung von Fremdsprache im Fließtext (z. B. englischen Fachbegriffen) sollte die Sprachauszeichnung für die entsprechende Textstelle angepasst werden („lang“-Attribut). Zusätzlich sollte auf einen ausreichenden Farbkontrast vor allem zwischen Text und Hintergrund geachtet werden, auch innerhalb von Grafiken und Bildern. Informationen sollten nicht ausschließlich über Farben vermittelt werden, sondern zusätzlich durch Symbole ergänzt werden. Außerdem sollten Farbkombinationen mit Rot-Grün oder die Verwendung von grellen Farben vermieden werden. Das trägt dazu bei, dass Menschen mit Farbenblindheit, mit kognitiven Einschränkungen oder Menschen, die die Webseite im Freien bei hellem Sonneneinfall aufrufen, alle Informationen sehen und wahrnehmen können.

2) Alternativtexte: Damit Screenreader auch die Informationen aus Bildern, Grafiken und Links erfassen und seheingeschränkte Menschen den selben Zugang zu solchen Nicht-Textelementen bekommen wie Menschen, die nicht auf Screenreader angewiesen sind, sollten Nicht-Textelemente mit sinnvollen Alternativtexten im Typo3-Backend versehen werden. Der Alternativtext soll kurz und präzise das Bild oder die Grafik beschreiben und dabei den wichtigsten Inhalt des Bildes/der Grafik wiedergeben. Hierbei geht es weniger darum Äußerlichkeiten zu beschreiben, als vielmehr prägnant wiederzugeben, was durch das Bild vermittelt werden soll, auch wenn es dabei um eine gewisse Atmosphäre geht.

Lediglich dekorative Bilder benötigen keinen Alternativtext, damit Screenreader solche auch als dekorativ identifizieren, sollte der Alt-Text leer gelassen werden (alt=““) oder wenn möglich als dekorativ gekennzeichnet werden. Grafiken sollten möglichst neutral beschrieben und die wichtigsten Aussagen formuliert werden. Weiterführende Informationen zum „Thema Alternativtexte für Abbildungen“ finden Sie unter https://barrierefreiheit.dh.nrw/fileadmin/user_upload/barrierefreiheit/Publikationen/Checkliste_Alttexte.pdf.

Ähnlich verhält es sich bei Links; wenn Links mit dem Alternativtext „Hier klicken“ oder „Mehr“ beschrieben sind, erhalten Nutzer*innen, die auf Screenreader angewiesen sind, davon keine gewinnbringende Information. Sinnvoller ist es sogenannte sprechende Linktexte zu verwenden, beispielsweise „Weitere Informationen zum Studiengang Mathematik“ oder „Bewerbung für das Sommersemester“. Alle Linktexte sollten auch ohne Kontext verständlich sein. Gleiches gilt auch für die Wahl von Dateinamen. Auch Video- und Audiodateien benötigen Alternativtexte für Seh- und Hörbeeinträchtigte Nutzer*innen. Bei Videodateien bietet es sich, sich Untertitel anzeigen zu lassen. Zudem sollten die Metadaten zum Video vollständig ausgefüllt sein, damit Screenreader diese wiederum erfassen können. Bei Audiodateien sollte eine Transkription des Textes als Alternative zur Verfügung gestellt werden.

3) Metadaten: Vollständig im Typo3-Backend ausgefüllte Metadaten ermöglichen eine einfachere Suche der Seite mittels Suchmaschinen. Sowohl Suchmaschinen als auch Screenreader erhalten einen Überblick über den Inhalt der Webseite und können diese einfacher kategorisieren. Es ist daher sinnvoll alle Metadaten wie Seitentitel, Webseiten Beschreibung und Keywords vollständig und sinnvoll aufeinander angepasst auszufüllen.


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